Narzissmus in der Partnerschaft

Es gibt Ratgeber zu der Frage, wie man sich von einem Narzissten trennt oder wie man sich ihm gegenüber verhalten soll. Ebenso wird in vielen Internetforen oder Gruppen bei Facebook darüber diskutiert, wie man mit seinem narzisstischen Partner umgeht bzw. wie er mit einem selbst umgegangen ist. Darin findet man aber häufig nichts zum Umgang mit sich oder seiner eigenen Bedürftigkeit oder Verletzlichkeit, die vor der Beziehung schon vorhanden war und/oder während der Beziehung gefüttert wurde. Oftmals spielen auch eigene erlernte Verhaltens- und Beziehungsmuster aus der Kindheit oder unbewusste Abwehrstrategien eine Rolle, die aber nicht bekannt sind und daher auch nicht bewusst ausgelebt werden.

Fakt ist jedoch: Jeder Mensch trägt die Verantwortung für das, was er tut, was er nicht tut, was er bereit ist mit sich tun zu lassen und für die Wahrung und Einhaltung der eigenen Grenzen.

NEIN muss man schon selber sagen. Sich Abgrenzen und im Notfall trennen, nimmt einer auch keinem ab. Und ob man jetzt Opfer oder Täter ist, spielt auch keine Rolle, denn beenden kann man das ganze auch nur von alleine. Und ob man dem Partner glaubt oder nicht glaubt, ihm verzeiht oder nachtragend ist, sind auch nicht immer rein willkürliche Vorgänge.

Leider sind solche Ratgeber oder Gruppen wenig hilfreich, wenn es darum geht, selbst zu reflektieren. Denn wenn man getriggert ist, ist die eigene Differenzierungsfähigkeit auch begrenzt. Wenn man getriggert wurde, ist die Amygdala in Alarmbereitschaft und das eigene Verteidigungssystem wird in Gang geworfen.

Der Narzisst wird häufig oder gar immer als der böse Teil in der Beziehung bzw. als Täter dargestellt, obwohl es niemals seine Absicht war, böse zu sein, es sei denn, er ist maligne, aber dann liegt bekanntlich nicht bloß eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor. Die Frau dagegen ist das Opfer, obwohl sie eigentlich während der Beziehung als Co-Narzisstin in Erscheinung trat bzw. zur Co-Narzisstin wurde. Doch solange du Dich selbst als Opfer siehst oder wahrnimmst, solange wirst du handlungsunfähig bleiben und es wird sich NICHTS verändern.

Deswegen bietet die Narzissmus Selbsthilfe auch eigene Selbsthilfegruppen an oder wir helfen dir dabei eine eigene Selbsthilfegruppe aufzubauen. Denn in unseren Gruppen hast du tatsächlich die Möglichkeit mit Gleichgesinnten dein Verhalten zu reflektieren und ggf. zu neuen Lösungsansätzen zu finden.

Du befindest dich in einer narzisstischen Beziehung, auch Kollusion genannt, wenn du dich in folgenden Beispielen wieder erkennst:

  • Das Magnetprinzip: Ihr könnt weder mit einander noch ohne einander. Einerseits zieht ihr euch an- andererseits stößt ihr euch ab. Man könnte eure Beziehung auch als Hassliebe bezeichnen.
  • Ich bin Größer als Du und ich weiß alles besser: Das heißt in deiner Beziehung beherrschen Konkurrenz, Schuldzuweisung, Klugscheißerei und Wettkampf das häusliche Klima, und nur ganz selten seid ihr einer Meinung und oft dann nur, wenn einer von euch beiden einen faulen Kompromiss ein geht.
  • Du fühlst dich permanent ausgenutzt, manipuliert, kontrolliert, entwertet, vereinnahmt, nicht ernst genommen oder unterdrückt- und dein Partner spielt das Unschuldslamm oder spielt das „Drama“ herunter. Mitunter könnte es auch zum sogenannten „Gaslighting“ kommen.
  • Du fühlst Dich oft verantwortlich für die Befindlichkeiten und Bestätigung deines Partners und hast das Gefühl, immer mehr zu geben. Aber es reicht nie aus. Das Gefühl von Geben und Nehmen ist im Ungleichgewicht.
  • Zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung besteht eine große Distanz
  • Es dominieren Schwarzer Humor, Sarkasmus und Ironie mit Dir als Ziel, vor allem auch wenn Freunde und Bekannte anwesend sind. Andersherum erscheint dein Partner verletzlich und überempfindlich, wenn du einen Witz auf seine Kosten machst. Es scheint als könne er gut austeilen, aber nicht sehr gut einstecken.
  • Du wirst oftmals mit (Not-)Lügen und Außenbeziehungen konfrontiert. Er flirtet mit anderen oder geht fremd um seinen Selbstwert aufzupolieren, würde dir das aber niemals eingestehen.
  • Ihr begegnet euch nicht auf Augenhöhe oder einer von euch beiden fühlt sich fremdbestimmt. (Das heißt einer von euch beiden hat das Gefühl, nur noch das zu tun, was der andere will)
  • Einer von euch oder ihr beide gleichzeitig leidet unter psychosomatischen oder psychischen Beschwerden.

Wenn du dich in mindestens 3 Punkten wieder erkannt hast, kannst du davon ausgehen, dass du dich in einer toxischen Partnerschaft befindest. Zu einer Partnerschaft gehören immer Zwei und es ist niemals einer alleine verantwortlich.

Jeder Mensch hat narzisstische Züge bzw.. bedient sich eigens erlernter Abwehrstrategien, (der eine mehr- der andere weniger) weswegen du dich auf keinen Fall schämen solltest. Du kannst diese Strategien (Muster) jederzeit verändern – gern auch mit unserer Unterstützung.