In unseren Beratungen erleben wir immer wieder, dass Elternteile voller Verzweiflung mitteilen, dass ihre Kinder schon Verhaltensweisen des narzisstischen Partners übernehmen bzw. übernommen haben. Eine Frau meinte kürzlich, sie würde dann bei ihrem Kind auch gern die „Grey Rock“ Methode anwenden- also dem Kind gegenüber die eiskalte Schulter zeigen wollen es sozusagen ausnarzen. Dies hat uns sehr erschrocken, denn bitte bitte liebe Mütter/Väter TUT DAS NICHT.

Was kann ich stattdessen tun? Nun erstmal geht es darum sich bewusst zu machen, was da gerade passiert und vor allem sich die Frage zu stellen, warum das Kind nun Verhaltensweisen des narzisstischen Elternteils kopiert. Welches Bedürfnis steht dahinter? Welches Gefühl? Was sagt überhaupt mein Kind genau? Was höre ich? Was verstehe ich?

Die Antwort ist glasklar: Kinder lernen am Modell. Eltern sind ihre Vorbilder. Wenn ein Part narzisstisch war und der andere eher abhängig/empathisch, dann wird das Kind irgendwann zwangsläufig sich für den Part entscheiden, der weniger schmerzhaft wirkt. Diese Entscheidung ist nicht bewusst. Denn Kinder können erst ab dem 11. Lebensjahr reflektieren. Das was also passiert, passiert automatisch. Es speichert sich ab in der Intuition. Und Intuitiv ist die Schmerzvermeidung immer richtig. Warum soll das Kind die Mutter kopieren, wenn die Mutter doch so sehr leidet? Nur um der Mutter ein besseres Gefühl zu geben? Ich glaube dem narzisstischen Elternteil ist es weitestgehend egal. Wenn sich die Mutter die ganze Zeit nicht abgrenzen konnte, wird das Kind die Botschaft erhalten: „Mit Mama kann ich es ja machen“

Also muss die Mutter was verändern. Sie ändert aber nichts, wenn sie die Anteile ihres Partners auf ihr Kind projiziert, nur weil es die ein oder andere Facette übernommen hat. Wenn sie sagt- mein Kind ist wie ihr Vater und ich muss jetzt The Grey Rock anwenden, wird sie für immer die Bindung zu ihrem Kind verlieren.

Gib deinem Kind also, was du dir wünscht. Ja liebe Mütter- ihr wollt Liebe, dann bitte gebt auch Liebe. Und akzeptiert die Tatsache, dass euer Kind nicht so ist, wie ihr es gerne hättet. Denn ihr seid ja auch nicht so, wie andere euch gerne hätten. Dann übt euch bitte in Demut. Seid dankbar, dass euer Kind da ist- egal was gerade ist. Ihr müsst euch natürlich nicht alles gefallen lassen. Aber wenn jemand etwas anders machen muss, dann seid ihr das.

Hilfe- mein Kind ist ein Narzisst

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