Wenn uns eine Entscheidung trifft

Jemandem Schuld zuzuweisen oder zu verurteilen lässt dich machtlos zurück deine Erfahrungen zu ändern; Verantwortung zu übernehmen für deine Glaubenssätze und Urteile gibt dir die Macht sie zu ändern (Byron Katie)

Man geht mittlerweile davon aus, dass sämtliche Emotionen und Trigger im Körper gespeichert werden. Das heißt also, wenn dir dein Chef z.B. sagt, dass er mit dir reden muss, kann es passieren, dass dein Alarmsystem (Die sogenannte Amygdala) anspringt und du gleich denkst, er will dir kündigen. Der Grund dafür könnte in deiner Kindheit oder Jugend liegen, wo du vielleicht die Erfahrung gemacht hast, im Falle eines „Wir müssen reden“ dass danach eine Konsequenz folgte, die dir in irgendeiner Weise geschadet hat oder die dich nachhaltig geprägt hat.

Ferner geht man also davon aus, dass der Gedanke „er könnte dir kündigen“ kein bewusster oder willentlich gesteuerter Gedanke ist, sondern ein Automatismus. Das heißt… Nicht du triffst die Entscheidung, sondern die Entscheidung trifft dich. Und du reagierst dann automatisch (reflexartig, impulsiv), wie ein programmierter Roboter und wunderst dich später über deine Reaktion oder die deines Gegenübers.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Weißt du wirklich immer, wie dein Gegenüber das gemeint hat oder gehst du nur davon aus, also denkst du es und weißt am Ende gar nicht mehr wie du darauf gekommen bist?

Dieser Automatismus wirkt sich auch auf Beziehungen aus. Jemand der als Kind von seinen Eltern nur für besondere Leistungen gelobt wurde, kann sich über kleinere Erfolge kaum freuen. Auch hier wurde die Bewertung was gut ist oder was nicht gut ist, unbewusst in der Kindheit gepflastert. Darum tragen auch ganz viele Menschen den Glaubenssatz in sich „Ich bin nicht gut genug“, und erleiden möglicherweise ein Burn Out, entwickeln eine Depression, eine soziale Phobie oder schlimmstenfalls sogar eine Persönlichkeitsstörung.

Es ist wichtig, dass du dich und dein Bewertungssystem kennenlernst und dir über deine automatischen Gedanken bewusst wirst. Denn nicht jeder Gedanke ist wahr oder sinnvoll. Nicht jeder Gedanke erzeugt Frieden. Aber darum geht es doch. Wir alle wollen in Frieden und in Liebe leben. Dieser Frieden wird allerdings permanent gefährdet durch unser automatisches Bewertungssystem, was immer dann getriggert wird, wenn wir in Situationen geraten, die uns möglicherweise an ein Muster unserer Kindheit erinnern, welches sich dann als schmerzhafte Emotion in unserem Körper eingespeichert hat.

Man nennt das auch negative Glaubenssätze.

In diesem Moment halten wir den Schmerz für die Realität, den es zu bekämpfen gilt. In diesem Moment gehen wir ins Außen und geben dem Verursacher die Schuld – obwohl es unsere eigene Bewertung war, die uns dieses oder jenes so empfinden ließ. Und so trafen wir dann auch automatisch eine Entscheidung – um entweder den Glaubenssatz abzuwehren oder auch um ihn zu bestätigen. Und zu glauben der andere wäre Schuld an unseren Gedanken ist ein sehr narzisstischer Gedanke.

Nur eine Frage will erlaubt sein: Wer oder was wärst du ohne den Gedanken?

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