People Pleasing – Wenn Menschen nicht NEIN sagen können

Wenn jemand deine Hilfe braucht, bist du sofort zur Stelle. Gleichzeitig fühlst du dich schuldig, wenn es dir nicht gelingt für andere das Problem zu lösen. Schließlich lebst du davon, es anderen recht zu machen, denn nur so bekommst du, wie du glaubst Anerkennung. Nur dann, wenn du es schaffst für andere da zu sein, bist du liebenswert. Jedoch betreibst du damit People Pleasing, findest dich in toxischen Beziehungen wieder, weil du dich vom Gefühl gebraucht zu werden abhängig machst.

People Pleaser schämen sich oft davor NEIN zu sagen

Was ist People Pleasing genau?

People Pleaser sind Menschen, die es ganz normal finden, die Bedürfnisse anderer für wichtiger zu nehmen, als die eigenen. Wer People Pleasing betreibt, lässt sich von den Emotionen der anderen erdrücken, während er selbst auf der Strecke bleibt. Das kann mitunter dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse und Gefühle gar nicht mehr gespürt werden im Beisein von anderen. Die Folge: Der Kontakt zu sich selbst und die Fähigkeit für sich selbst einzustehen, geht verloren. Ein Authentisches Leben scheint nicht mehr möglich. Gegenüber anderen mutiert man zum JA- Sager. People Pleasing ist ein Teil der Co- Abhängigkeit. und heißt soviel wie anderen Menschen zu gefallen oder auch Gefallsucht.

People Pleaser haben für beinahe alles Verständnis

Menschen die dieses Verhaltensmuster ausleben, zeichnen sich durch eine ausgeprägte Angst vor Konflikten aus. Sie vermeiden es oft ihre eigene Meinung zu sagen. Bereitwillig schlucken Sie die Kritik anderer herunter. Sie haben Schwierigkeiten damit NEIN zu sagen. Es fällt ihnen schwer anderen eine Bitte abzuschlagen. Und wenn sie dann mal ja gesagt haben, bereuen sie es hinterher, manchmal sogar schon kurz danach. Jedoch zahlen sie lieber Lehrgeld. Es ist Ihnen unangenehm einen Rückzieher zu machen.

People pleaser verwechseln Liebe mit Mitleid. Sie fühlen sich verantwortlich für das Wohlergehen anderer. Nur zu gern ziehen sie sich die Schuhe anderer an. Sie fühlen sich schuldig, wenn sie dies nicht tun. Sie zeigen übermäßiges Verständnis für Dauernörgler und Bedürftige. Sie fühlen sich verpflichtet dies zu tun. Oft haben sie das Gefühl gar nicht anders zu können.

Sich selbst gegenüber sind People Pleaser dagegen sehr hart und wenig verständnisvoll. Sie machen oft eine gute Miene, selbst dann, wenn ihnen eher zum Gegenteil zu Mute ist. Sie wollen anderen nicht zur Last fallen. Sie helfen lieber, statt sich helfen zu lassen. Möglicherweise fühlst du dich von diesen Beschreibungen schon angesprochen.

Die 6 wichtigsten Merkmale von People Pleasing

Du kannst nicht “Nein” sagen

Jeder kann zu dir kommen, mit egal was er/sie hat. Man kann sich auf dich verlassen. Du machst das schon. Du schlägst anderen niemals eine Bitte ab. Und selbst wenn es dir nicht gut geht, hilfst du lieber anderen, als dir selbst. Du kannst einfach nicht NEIN sagen. Immer wieder hoffst du darauf, dass die anderen sehen, was du für sie tust. Aber oft kommt kein Dank. Viel mehr lassen sie dich im Stich, wenn du tatsächlich mal selbst Hilfe brauchst und darum bittest.

Du fühlst dich für die Gefühle anderer verantwortlich. Du entschuldigst dich oft grundlos.

Jemand anderem geht es schlecht und du bekommst das mit. Du bist für ihn da und leihst ihm deine Schulter zum ausheulen. Du bist immer für andere da. Du versuchst deren Probleme zu lösen. Gelingt dir das nicht, plagen dich große Schuldgefühle. Du wertest dich ab, auch wenn du weißt, dass du nicht für jeden da sein kannst. Du fühlst dich trotzdem schuldig und entschuldigst dich dafür.

Eigentlich sind Empathie und Hilfsbereitschaft gute Eigenschaften. In diesem Falle aber, zerbrichst du dran. Lass dir gesagt sein: Du kannst nicht für alles verantwortlich sein, was auf dieser Welt passiert. Und Retten kannst du auch niemanden, der sich nicht retten lassen möchte, selbst, wenn du nicht mitansehen kannst, wie der oder diejenige leidet.

Du verschiebst deine Grenzen für andere und vernachlässigst dein eigenes Leben

Wenn man dich nach deinen Hobbys fragt, ist das für dich fast schon ein peinlicher Moment. Denn du hast ewig nichts mehr getan, was dir früher eine Freude bereitete, schließlich musstest du dich immer um die anderen kümmern. Gleichzeitig ist es dir unfassbar wichtig, was andere über dich denken, weswegen du deine eigenen Grenzen missachtest. Man soll dich stets als liebevoll und empathisch wahrnehmen. Du neigst darüber hinaus zum Echoismus, der Angst narzisstisch zu sein.

Und obwohl du genau weiß, dass du was anderes verdient hast, als bloß den Bimbo für andere zu spielen, gelingt es dir nicht, für dich und deine Werte einzustehen. Dir ist zudem bewusst, dass niemand das Recht hat dich zu beurteilen. Jedoch beurteilst und verurteilst du dich stets und ständig selbst.

Du glaubst du bist für das Glück anderer zuständig. Jedoch solltest du dich als erstes um dein eigenes persönliches Glück kümmern. Wenn du es nicht machst, macht es niemand!

Du bist am Boden zerstört, wenn dich jemand kritisiert.

Ein häufiges Symptom des People Pleasers ist die Angst vor ehrlicher Kritik und Rpckmeldung. Fast schon sozialphobisch fürchten sich People Pleaser vor nichts anderem, als bewertet zu werden.

Kritikm und Feedback sind notwendig um zu wachsen. Ohne die Rückmeldung von Außen, weiß man oft nicht woran man ist. Und dennoch: Möglicherweise magst du es nicht, wenn man dir den Spiegel vorhält oder dir die ungeschminkte Wahrheit sagt. Es ist wichtig, dass man über seine Fehler und Missgeschicke sprechen kann.

Wenn dich jemand kritisiert, solltest du danke sagen, denn die Person die das tut, meint es gut mit dir. Du solltest deine Kritiker als Freunde betrachten und nicht als Feinde, die dir was Böses wollen. Aus diesem Grund haben viele People Pleaser oft nur sehr wenig gute Freunde aber eben ganz viele Menschen um einen herum, die einem nach dem Mund reden und einen ausnutzen.

Du verhälst dich genau wie die Menschen um dich herum und übernimmst deren Meinung.

People Pleaser möchten um jeden Preis dazu gehören. Deswegen passen sie sich schneller an, als andere. Möglicherweise kennst du das ja auch von dir, dass du anderen gerne nach dem Mund redest um ihnen zu gefallen. Du übernimmst ungefragt und ungeprüft deren Meinung, selbst wenn du tief in dir spürst, dass das nicht wahr sein kann. Draufgeschissen: Du diskutierst nicht und gibst lieber nach.

Anstatt deine Meinung zu sagen, sagst du lieber nichts. Du willst dazu gehören. People Pleaser haben große Angst vorm Verlassen werden und vor Ablehnung. Deswegen bleiben sie auch lieber in toxischen Beziehungen, statt sich zu lösen. So ein Ende heißt, ja auch verlassen werden. Und Verlassen werden ist wie sterben. Dazu kommt, dass du dir oft disktieren lässt, was du gut zu finden hast, und was nicht. Irgendwann lebst du das leben der anderen. Du übernimmst ihre Worte, ihre Bewegungen. Du bist fast wie ein Camäleon.

Du brauchst viel Bestätigung.

People Pleaser haben ein fast schon neurotisches Bedürfnis danach stets als „good girl“ oder „good boy“ wahrgenommen zu werden. Diese übermäßige Freundlichkeit um Anerkennung und Bestätigung zu erhalten, ist ungesund und ein zeugt von kindlicher Naivität.

Anerkennung und Lob ist dein Lebenselexier. Ohne dies fällt es dir nur schwer, dich gut zu tun. Um dies zu erreichen, bist du nahezu bereit, alles zu tun. Du opferst dich auf, schluckst deine eigenen Emotionen runter und lässt dich dazu hinreißen, Dinge zu tun, die du gar nicht willst. Selbst sexuell lässt du dich auf Praktiken ein, die deiner Natur vollends widerstreben.

Aus Angst übersehen und nicht entsprechend gewürdigt zu werden, übernehmen People Pleaer jede mögliche Aufgabe, die sie nach Möglichkeit zu 100% erfüllen. Bleibt die Anerkennung und Bestätigung jedoch aus, sind diese Menschen oft am Boden zerstört und verstehen die Welt nicht mehr.

People Pleaser beten ihre Partner an und lassen sich zu Sexualpraktiken überreden, die ihnen oft nicht entsprechen

People Pleaser geraten in Beziehungen oft an Narzissten und Egoisten

In Beziehungen neigen People Pleaser zur Zurückhaltung. Egal was der Partner tut, sie lassen es ihm durchgehen und werden ein­fach nicht wütend. Sie sind stets ge­sprächsbereit und verständnisvoll. Läuft etwas schief, suchen sie den Fehler selbstkritisch zunächst bei sich selbst. Statt zu motzen, verzeihen sie. Sie ge­ben anderen Menschen eine zweite (oder auch dritte, vierte oder fünfte) Chance. Statt Grenzen zu setzen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, tun People Pleaser alles dafür, dass man bei Ihnen bleibt. Menschen mit diesem Verhaltensmuster, die stets fremdbezogen unterwegs sind, geraten deswegen oft in Beziehungen an ich- bezogene Narzissten. Eine toxische Beziehung scheint vorprogrammiert. Aber nicht nur.

Denn auch mit einem „scheinbar“ normalen Partner kann es eine toxische Beziehung werden. Denn dem Partner kann dein verhalten schnell zuviel werden. Niemand mag gerne bemuttert werden. Selbst wenn dich dein Partner liebt, könnte es durchaus vorkommen, dass du ihn mit deinem verhalten nur noch nervst. Eine Beziehung besteht aus Nehmen und Geben. Wenn du jedoch nur geben kannst, ohne was anzunehmen, ist es auch für deinen Patrtner frustrierend.

Du musst dir bewusst werden, welche Art von Partner du durch dein Verhalten anziehst. Auch hier gilt das Schlüssel- Schloss Prinzip nach Jürg Willi.  Wenn du ein Mensch bist, der es jedem recht machen willst, wirkst du auf das andere Geschlecht sehr schwach und wirst ebenso schwache Charaktere anziehen, möglicherweise sogar Menschen, die nicht gut für sich sorgen können und dich deswegen nicht als Partnerin sehen- sondern eher Mutter- Ersatz.

Die Ursache von People Pleasing

Wie ganz viele andere Verhaltensmuster, kann auch das People Pleasing in der Kindheit entstanden sein, meistens aus einer größeren Not heraus. Wenn Eltern das Kind zu sehr unter Druck setzen und möglicherweise es benutzen um die eigenen narzisstischen Bedürfnisse zu erfüllen, entsteht beim Kind der Eindruck immer zu allem JA sagen zu müssen. So kann sich natürlich kein eigener Selbstwert ausbilden. Das Kind empfindet es als „passend“, mehr zu geben als zu bekommen und lieblos behandelt zu werden.

Ein weiterer Grund kann sein, dass ein Familienmitglied psysch krank war, also an Depressionen litt oder Suchtkrank war. Oft sind solche Eltern sehr jähzornig, gewalttätig, ambivalent, verabsolutierend und nicht im Stande zu verzeihen. Das Kind, übernimmt die Rolle der oder des Schuldigen und geht in die Überverantwortlichkeit. Es zieht sich die Schuhe an, die nicht für das Kind geschaffen sind. Es kann natürlich auch sein, dass die Eltern selbst sogenannte People Pleaser waren, durch eigenen erlittenen Missbrauch in der Kindheit.

Selbstwirksam Standards und Grenzen setzen und auf eigene Bedürfnisse achten

Im Grunde ist es völlig unerheblich unter was der Partner leidet. Er kann ein Narzisst, ein Psychopath oder sonstwas sein, wichtig ist, wie man sich selbst behandelt.

Wichtig ist es also. dass man lernt, dass man den anderen nicht retten oder gesund lieben kann, stattdessen aber eben verantwortlich ist, für sich selbst und zwar nur für sich selbst. NEIN sagen, kann keiner einem abnehmen.

People Pleaser müssen lernen STOP/ NEIN zu sagen und auch dabei zu bleiben

Also was gilt es zu tun?

  • Kümmere dich zuerst um dein Leben
  • Lerne Nein zu sagen
  • Verbringe keine Zeit mehr mit Menschen, die dir keine Liebe geben und dich nur ausnutzen
  • Beende deinen Arbeitstag auch mal pünktlich und nimm die Arbeit nicht mit nachhause
  • Suche dir neue Hobbys