Wenn seelisches Leid zum körperlichen Schmerz wird

Der Druck muss raus, drück deine Gefühle ruhig aus, sonst wird deine Gesundheit auf Dauer zum Graus

Franz Gabriel Alexander definierte mit den sieben klassischen Psychomatischen Erkrankungen (also wenn seelischer Schmerz sich körperlich zeigt) auch Holy Seven genannt die klassischen Psychosomatosen. Die organischen Veränderungen sah er dabei als Folge von konflikthaftem Erleben oder psychischer Dauerspannung. D.h. auch in der Kindheit erlebte Konflikte, Krisen oder Hilflosigkeiten, die nicht gelöst werden konnten, manifestieren sich nicht nur im Verhalten, sondern zeigen sich auch auf körperlicher Ebene. Gerade das Gefühl der Ohnmacht führt oft zu Atemnot, Herzklopfen oder Zittern, was gleichermaßen Symptome einer Panikattacke sind.

Neben den Holy Seven kann es auch zu dissoziativen Empfindungs – Bewegungs und Gefühlsstörungen kommen. Man nennt diese auch Konversion. Das heißt ein vom normalen Erleben abgespaltener (nicht ernst genommener) oder abgekoppelter seelischer Konflikt wird in ein körperliches Symptom umgewandelt (wie z.B. kribbeln, Taubheit, jucken etc.), ohne dass es eine erkennbare organische Ursache dafür gibt. Das heißt wenn jemand mit derlei Symptomen zum Arzt rennt und dieser nichts findet, was als Ursache in Frage kommt, dann ist es meistens die Seele, die sich meldet, nachdem sie mal wieder für einen längeren Zeitraum ignoriert wurde.

Warum ignorieren wir Menschen dauernd unsere Seele (auch inneres Kind genannt)? Warum reagieren wir erst wenn es fast schon weh tut? Was sind die möglichen Spätfolgen? Und welche Symptome treten auf? Fünf klassische Psychosomatosen wollen wir in diesem Artikel näher vorstellen, gerade weil diese besonders häufig in der Bevölkerung auftreten.

Die krankhafte Überfunktion der Schilddrüse – wenn das Schutzschild nicht mehr funktioniert

Denkst du, du bist nicht gut genug? Bist du ständig außer Atem? Hast du ständig das Gefühl du musst Übermenschliches leisten? Schwitzt du dabei übermäßig? Schlägt dein Herz, hörst du es laut pochen? Ist es schnell? Leidest du womöglich unter Schlaflosigkeit, Grübelst du? Bist du nervös und rauchst wie ein Weltmeister? Nimmst du hin und wieder ein Zittern wahr? Neigst du zu Durchfall, aus Angst vorm durchfallen? Hast du einen nervösen Magen? Hast du Angst zu versagen? Fühlst du dich manchmal schwach? Dann hast du womöglich eine Hyperthyreose ausgebildet, also eine krankhafte Überfunktion der Schilddrüse. Man nennt es auch Stoffwechselstörung. Dein System kann sich nicht mehr ausreichend schützen vor den ganzen Einflüssen von Außen. Du bist quasi am dekompensieren. Dauerhafte Krankheitsbilder wie Burnout, Depression oder anhaltende Schlafstörungen können eine langfristige Folge sein. Auch die Ausbildung extremer narzisstischer Bewältigungsstrategien kann vorkommen. Wir wollen es nicht unnötig hochstilisieren, aber wenn wir schon mal beim Thema sind, wollen wir das nicht unerwähnt lassen.

Bluthochdruck – wenn Emotionen (insbesondere Aggressionen) immerzu unterdrückt werden

Heilung von Schmerz geschieht, wenn Du bereit bist, den Schmerz zu fühlen und loszulassen, bis die Ladung des schmerzlichen Ereignis abgebaut ist. Es reicht nicht, intellektuell zu wissen, dass etwas Schmerzliches passiert ist. Es reicht auch nicht, wenn Du Deine Gefühle überlagerst und Dich danach erst selbst reflektierst. Du musst Dich also in der Tat verantwortungsvoll all Deinen körperlichen und emotionalen Gefühlen stellen. Lass also ruhig deine Wut raus – bestenfalls allerdings nicht an einem Menschen.

Denkst du, du bist für alle andere verantwortlich (trägst alle Lasten auf deinen Schultern)? Hast du das Gefühl, du darfst weniger als alle anderen und du musst ständig als Vorbild rumrennen, darfst nicht emotional werden? Gehst du zum Lachen in den Keller und gehst du zum Jammern in die Kammer? Weinst du niemals vor deinen Kindern? Fluchst du zumeist im Stillen? Erfüllst du lieber den Willen der anderen? Denkst du, du musst immerzu stark sein? Beißt du dir öfters auf die Zunge, obwohl du lieber was sagen würdest? Verbietest du dir deine Wut? Und dann wunderst du dich? Unterdrückte Wut geht ins Blut. Wer sich selbst diesem unermesslichen Druck aussetzt ohne diesen mal rauszulassen, entwickelt Nasenbluten, Atemnot, dem ist öfters schwindelig, dem tut öfters das Herz weh und auch der Kopf meldet sich. Wer sein Herz nicht öffnet, seine Emotionen unterdrückt, wird im Kopf verrückt. Man nennt dieses Störungsbild auch essenzielle Hypertonie. Übersetzt heißt das Bluthochdruck. Die Ursachen und Folgen, haben wir gerade aufgeführt.

Um Deine Wut zu spüren, zu fühlen und loszulassen, hilft es einfach, einen sicheren Ort aufzusuchen, sich dabei die Person vorzustellen, die Dich verletzt oder enttäuscht hat, und dann Deine ganze Wut raus zu schreien. Du kannst auch Zeitungs-papier und Kartons zerreißen oder in den Wald gehen. Ebenso hilft es, Tagebuch zu schreiben, einen Brief an die Person zu schreiben, den Du natürlich nicht abschickst oder ein Gespräch mit einem Freund, von dem Du weißt, dass er es aushält. Ebenfalls hilfreich ist es, das Wort „Wut“ oder jedes andere Gefühl zu verbalisieren und es eine Minute am Stück ganz schnell hintereinander auszusprechen.

Asthma bronchiale – wenn es eng wird – geht es auf die Lunge

Raucher atmen(rauchen) auf Lunge. Nichtraucher auch. Die erste intime Beziehung hat das Kind zur Mutter. Und wenn hier schon die Atmosphäre leicht vergiftet ist, also dicke Luft herrscht, die Spannung quasi in der Luft hängt und man den Ärger nahezu riecht, die Mutter also das Kind überfürsorglich behandelt oder es vernachlässigt, dann geht das auf die Lunge. Aus Sicht der Psychosomatik kann bei Betroffenen mit diesem Krankheitsbild oft ein Nähe- Distanzkonflikt erlebt werden. Manchmal ist es zuviel des Guten. Entweder kreist die Mutter wie ein Helikopter um das Kind oder sie beachtet das Kind kaum. Manchmal erlebt das Kind sogar beides. Fehlende Sicherheiten führen dann zu einer Beklemmung oder Einengung in der oft Luftnot herrscht. Auch auf andere bedrückende Einflüsse von Außen reagiert die Lunge. Sie entwickelt Allergien und entsprechende körperliche Reaktionen, die uns sagen: „Was zuviel ist, ist zuviel- also tue etwas!“ Die Rede ist von Asthma Bronchiale. Es bleibt einem das Wort im Halse stecken, beim Versuch Luft zu holen. Man ist sozusagen Atemlos und hat Atemnot, beim Versuch etwas zu erwidern.

Unterschieden wird dennoch zwischen 5 verschiedenen Varianten der Asthma Bronchiale.

  1. Allergisches Asthma (speziell Hausstaub, Blütenpollen, Schimmelpilze, manchmal auch Tiere)
  2. Berufsbedingtes Asthma (Mehlstauballergie, Farb- und Lösungsmittel, chemische Substanzen)
  3. Infektasthma (Virusinfektionen der Atemwege, jedoch eher bei Erwachsenen)
  4. Arzneimittelasthma (In der Regel in Kombination mit allergischen Schocks)
  5. Belastungsasthma (während und nach körperlicher Belastung)

Bei Risiken und Nebenwirkungen befrage bitte deinen Arzt oder deinen Apotheker.

Wer sensibel und überempfindlich ist, ist meistens auch dünnhäutig

Leidest du häufiger unter Juckreiz? Ist deine Haut öfters gerötet? Verspürst du ein Brennen? Hast du oft Stress? Früher nannte man Neurodermitis auch Stresspickelchen. Jedoch kann sich die Neurodermitis auch zu einem echten psychischen Thema entwickeln. Stress und Selbstwertprobleme macht sich gerne auf der Haut bemerkbar, wenn die seelische Widerstandskraft nur schwach ausgeprägt vorhanden ist. Neben typischen Erscheinungen der Pubertät (Akne) oder der Mangelernährung (Mitesser oder eingerissene Mundwinkel aufgrund von Zinkmangel) kann man sich auch Entzündungen auf der Haut einhandeln. Man sollte also stets an seinem Selbstwert arbeiten und sich vor allem bewusst sein über sich selbst und seinen Lebensstil, sonst wird der Gang zum Spiegel zum Trauerspiel. Ein schwach ausgeprägter Narzissmus führt in der Regel zu Dauerfrust.

Der Narzissmus ist ja per se nicht Schlecht. Im Gegenteil- er hilft uns manchmal, gerade wenn es um unseren Selbstwert geht. Ein guter Selbstwert verschafft unserer Seele erhebliche Kraft. Und wer diese Kraft hat, (man sagt dazu auch Resilienz) der hat in der Regel auch ein dickes Fell oder ein intaktes Hautbild. Ein gesunder Narzissmus trägt also erheblich dazu bei, dass ein stabiler Selbstwert aufgebaut werden kann.

Erzähl keinen Stuss – sonst bekomme ich Tinnitus

Woher der Tinnitus kommt, kann man nicht sagen. Man munkelt aber, dass zu starker Redefluss von anderen gepaart mit inhaltlichem Stuss bei einem Großteil der Bevölkerung zu einem Hörfehler, genannt auch Tinnitus, führen kann. Der Tinnistus gehört zwar nicht zu den Holy Seven, jedoch ist er psychosomatisch bedingt, was ja mindestens genauso arg klingt, denn auch ohne psychische Ursache, führt der Tinnistus im Umkehrschluss zur gleichen Sache, also Depressionen, Schlafstörungen, Arbeitsunfähigkeit und Angstzustände sind vorprogrammiert, wenn etwas in der Seele nicht richtig funktioniert. Denn dann wird es meistens körperlich. Und es ist ärgerlich, wenn der Arzt nichts findet, man sogar glaubt, er sei erblindet.

Manchmal ist es wirklich eine Höllenqual- aber zum Glück hast du ja jetzt die Wahl. Deine Last muss nicht erst zu einem Schmerze werden – du kannst jederzeit in Therapie gehen und dich selber erden. Beschäftige dich von nun an mit schönen Themen, und du musst dich fortan nie mehr für andere fremdschämen. Der Narzissmus ist gesund ein Genuss, pathologisch jedoch großer Stuss. Entsprechend ergreife die Macht über dein Leben und du kannst fortan an jedem Geburtstag dein Glas glücklich heben. Sei du selbst und keine schlechte Kopie, beachte dein inneres Kind und du siehst dann auch deine eigene Heilungsenergie.

© Daniel Brodersen