Gastbeitrag einer Betroffenen

Ein Wort zur Achtsamkeit und radikalen Akzeptanz in Bezug auf die weltweite Ungerechtigkeit:


Dinge, die ich beeinflussen kann, akzeptiere ich nicht radikal sondern ändere/verbessere sie, sofern ich dazu in der Lage bin. Wo kann ich Einfluss nehmen? Indem ich bewusster einkaufe, guten Freunden und meiner Familie beistehe, indem ich ein gutes Vorbild bin etc. Verhindere ich dadurch alle Krankheiten, Missbräuche, Hungersnöte, etc? Nein, und bei dieser schrecklichen Tatsache habe ich die Wahl: daran zu zerbrechen und in der Folge innerlich auf zu geben oder zu akzeptieren, dass ich allein nicht die ganze Welt retten kann.

Das heißt nicht, dass es mich nicht berührt.


Aber ich glaube, dass ich eher in der Lage bin, im kleinen Rahmen meiner Möglichkeiten gutes zu tun, wenn ich nicht den Anspruch habe, dass sich deswegen alles Leid der Welt in Luft auflöst.

Radikale Akzeptanz bedeutet auch, den anderen dort ab zu holen, wo er gerade steht, ohne seine Ansichten oder sein Verhalten verändern zu wollen. Und es bedeutet, zu akzeptieren, dass ich Dinge nicht rückgängig machen kann. Dass sich Menschen, die mir weh getan haben, sich weder bei mir entschuldigen noch es wiedergut machen werden. Um meinen Kindern ein Anker zu sein, muss ich mir klar machen, dass ich zwar für vieles im Leben nicht schuld bin, aber alleine die Verantwortung dafür tragen, wie ich heute mit meinen Trauma umgehe.

(Gabriela Rodriguez)