Der maligne Narzissmus äußert sich durch eine brutale und gefühllose Vorgehensweise. Er dürfte auf schwere Kränkungen in der Kindheit zurückzuführen sein. Die Erlebnisse, die der maligne Narzisst in seiner Kindheit gemacht hat, müssen derart schlimm gewesen sein, dass er das Gefühlsleben vollständig unterdrückt, um sich vor weiteren emotionalen Verletzungen zu schützen. Pflegt man seine Gefühle nicht, kümmert man sich nicht um sie, so gehen sie verloren – sie verkümmern. Dies ist der Grund, weshalb der maligne Narzisst in Situationen, in denen Gefühle angebracht wären, keine zeigt.

Maligne Narzissten sind nicht in der Lage, etwas „feiner“ einzuschätzen, sondern verfallen schnell in extreme Kategorisierungen. Ihnen fehlt die Empfindungsfähigkeit: Entweder alles ist unübertrefflich oder alles ist schlecht – Abstufungen gibt es keine. Der maligne Narzissmus lässt nur Schwarz oder Weiß zu.

Maligne Narzissten sind extrem leicht verletzlich in ihrem schwachen Selbstwertgefühl. Aus diesem Grund leben sie ihre bösartigen Aggressionen ungeniert aus. In ihrer krankhaften Wut zerstören sie alles, was ihnen im Weg steht. Begleitet werden sie dabei nur von ihrer Wut, ein schlechtes Gewissen kennen sie nicht.

Eine Reihe von Merkmalen des malignen Narzissmus lässt sich anführen:

  • Der maligne Narzisst ist primitiv in seiner Machtausübung. Er ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Gefühle für andere kennt er nicht.
  • Er ist rücksichtslos, sadistisch, sprunghaft und herzlos.
  • Die Suche nach Macht und Reichtum erscheint zwanghaft.
  • Es existieren für ihn nur eigene Regeln und Gesetze. Allgemeine Sitten kennt er nicht. Es gilt allein das Recht des Stärkeren.
  • Eine Moral kann er entwickeln, wenn er sich durch diese einen Vorteil erhofft.
  • Er ist ungeduldig und aggressiv, wenn die Stimmung angespannt ist.
  • Er zeigt keinerlei Verantwortungsbewusstsein oder Gewissen, wenn es darum geht, die Herrschaft einer Gruppe zu erlangen.
  • Andere Menschen demütigt und entwürdigt er. Er zeigt einen ausgeprägten Neid.
  • Er sieht in anderen böse und hinterhältige Menschen, da er Angst hat, diese könnten ihn vom „Thron“ stoßen.
  • Er kann infolge eines sexuellen Missbrauchs durch seine Mutter zum Frauenhasser werden, der insbesondere Frauen niederträchtig und verachtend behandelt

aus „Ein Narzisst packt aus“- von Leonard Anders