Diese Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen, Misstrauen sowie die Neigung Erlebnts zu verdrehen. Neutrale oder freundliche Handlungen anderer werden als feindlich oder verächtlich missdeutet. Nochmal die Frage- wie wirklich ist die Wirklichkeit? Hat jeder die gleiche Wirklichkeit? Für die einen ist es so, für die anderen möglicherweise anders oder vielleicht auch nicht von dieser Welt?

Weitere Merkmale sind wiederkehrende Verdächtigungen hinsichtlich der Treue des Ehegatten oder Sexualpartners und ein streitsüchtiges und beharrliches Bestehen auf den eigenen Rechten. Das heißt ein Verabsolutierendes Verhalten wird mitunter an Tag gelegt. Nur die eigene Sichtweise wird als richtig anerkannt, während die andere Sichtweise stets abgewertet oder als falsch betitelt wird.

In der ICD-10 gelten Menschen als paranoid, wenn 4 der folgenden Eigenschaften erfüllt werden.

  • Übertriebene Empfindlichkeit in Bezug auf Rückschläge und Zurücksetzungen
  • Neigung, dauerhaft Groll zu zeigen, d.h. Beleidigungen, Verletzungen oder Missachtungen werden nicht vergeben
  • Misstrauen und eine anhaltende Tendenz, Erlebtes zu verdrehen, indem neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich missdeutet werden
  • Streitsüchtiges und beharrliches Verhalten, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten
  • Häufiges und ungerechtfertigtes Misstrauen gegenüber der sexuellen Treue des Ehe- oder Sexualpartners
  • Ständige Selbstbezogenheit, besonders in Verbindung mit starker Überheblichkeit
  • Häufige Beschäftigung mit „Verschwörungstheorien“ als Erklärungen für Ereignisse im näheren Umfeld oder weltweit (permanente Projektion)

Weiterhin können Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung zu einem überhöhten Selbswertgefühl neigen. Nach außen hin wirken sie recht humorlos und scheinbar empathie- und gefühllos.