Neuroplastizität ist die Grundlage und Erklärung für die Wirksamkeit von Veränderungsarbeit durch Coaching, Psychotherapie, Körperarbeit und Meditation. In demselben Moment, in dem wir einen Gedanken denken, bilden sich im Gehirn die entsprechenden Synapsen. Das gleiche gilt auch für Emotionen oder körperliche Handlungen.  Durch Wiederholung des Gedankens oder der Handlung und das Andauern der Emotion bilden sich immer stärkere Verbindungen oder auch neuronale Netze. Im gleichen Maße verfestigen sich Glaubenssätze.

Das heißt je länger wir in einem negativen Zustand feststecken, umso mehr verfestigt sich dieser Zustand und umso schwerer fällt es uns die Befreiung daraus.

In Bezug auf unser Thema emotionalen Missbrauch bedeutet das die jahrelange Entwicklung von neuronalen Strukturen in denen sich der Missbrauch widerspiegelt und die gleichzeitig diesen Missbrauch erst möglich machen und damit entsprechende Situationen im Leben des Betroffenen immer wieder anziehen.


Eine häufig in der Kindheit erworbene Annahme lautet z.B. „Ich bin es nicht wert geliebt zu werden“ , was dazu führt, das ein Betroffener alles tut um von anderen geliebt zu werden, sich selbst dabei aber gänzlich vergisst. Man opfert sich quasi für einen anderen (i.d.R einen Stellvertreter für das jeweilige Elternteil, zumeist Partner mit ähnlichen Glaubenssätzen) auf, nur um Bestätigung zu erfahren, die das Gegenüber einem aber nur bedingt (wenn überhaupt) geben kann. Durch die Nichtbestätigung und das ständige aufopfern und das oft folgende „sich nicht ausreichend wertgeschätzt und gesehen werden“ lässt einen Menschen sich missbraucht fühlen. Dabei will man doch nur geliebt werden.

Dies erklärt gleichzeitig auch den Umstand, dass häufig derselbe Typ Partner angezogen wird und die abhängige, missbräuchliche Situation in verschiedenen Kontexten im Leben des Betroffenen auftritt.

Andererseits liegt in genau dieser Tatsache auch die Möglichkeit zur Veränderung. Durch konsequentes und ständiges Training positiver Zustände und Gedankeninhalte können wir neue synaptische Verbindungen aufbauen, die uns in die gewünschte Veränderung bringen.

Durch das Erkennen hinderlicher Glaubenssätze identifizieren wir die entsprechenden neuronalen Netzwerke und haben nun die Möglichkeit, diese aufzulösen und zu ersetzen.
Gleichzeitig können wir damit unseren eigenen Wert entdecken und ausbilden und Selbstliebe entwickeln.

Eine Vielzahl von Techniken können zu diesem Zwecke dienlich sein. EMDR, NLP, Emotional Unlinking, Hypnose, Trancereisen, Affirmationen, körperliche Aktivität und Techniken aus der Gesprächs- und Kurzzeittherapie