Manche Menschen sind soo schwer zu verstehen. Man nennt sie Narzissten. Andere wiederum sind soo leicht misszuverstehen. Auch diese Menschen werden gerne als Narzisst betitelt. Dann gibt es wiederum Menschen, die sich schwer tun, andere zu verstehen. Diesmal sind die anderen die Narzissten. Und dann gibt es noch Menschen, denen es leicht fällt andere misszuverstehen. Auch in diesem Falle sind die anderen die Narzissten. Es gibt viele Schubladen, in denen viele von uns denken. Immerhin geht eine Schublade ganz leicht auf. Und nur manchmal geht diese ganz schwer zu. Nämlich dann wenn sie voll ist, wenn dadrin Chaos herrscht, wenn sie nicht geordnet ist, wenn dort keine Struktur herrscht. Dann lässt man sie lieber auf. Es könnten sich ja ganz schnell neue Dinge ansammeln, die man dort reinpacken kann.

Schubladen an sich geben uns schon Sicherheit. So kann nichts verloren gehen. Schubladen bieten Ordnung und Struktur. Scheinbar. Schubladen helfen uns die Dinge so zu sehen, wie wir sie sehen, jedoch nur ganz selten, so wie die Dinge wirklich sind. Und was besonders auffällt, Schubladen sind so leicht misszuverstehen, jedoch doppelt so schwer sie zu verstehen.

Denn manchmal ist der Begriff „Narzisst“ einfach nur daher gesagt. Ein Modewort, ein Begriff- ohne jegliche Differenzierung. Nein jeden den wir nicht verstehen, und jeden der wir missverstehen, der kommt in eine Schublade rein. Die Bewertung dafür fällt uns dann ganz leicht. Aber sie bringt uns nicht die Klarheit, nach der wir uns so sehr sehnen. Den Narzissten verstehen, tun wir dadurch nicht. Da helfen auch nicht die ganzen Zuschreibungen und möglichen Erklärungen, die wir im Internet finden, sei es bei Youtube oder auf irgendwelchen Blogs. Hier erfahren Sie das auch nicht. Wir können nämlich auch nicht jeden Menschen verstehen. Was wir jedoch verstehen, ist das Leid, es nicht zu können.

Dieser doofe Leidensdruck. Diese große Not. Elendige Ohnmacht. Niemand weiß was zu tun ist. Niemand kennt die Antwort. Gesucht wird sie trotzdem. In Büchern, im Internet, selten jedoch dort, wo die Antwort zu finden ist. Und wieder wird alles verschwommen. Die Suche danach strengt uns an. Und dann können wir nicht mehr. Es überfordert uns sehr. Dazu zu stehen aber fällt uns auch schwer. Niemand soll uns so schwach sehen. So traurig. So elendig. So….

Im Grunde ist es wurscht ob der andere ein Narzisst ist. Denn wenn wir ihn nicht verstehen und deswegen darunter leiden, sind wir in der Verantwortung etwas zu tun, damit es uns besser geht. Denn den anderen verändern- das können wir nicht. Und falls wir denken, dass dem doch so ist, dann sind wir in keinem Fall besser, auch wenn wir das liebend gerne glauben möchten. Jemanden auf Zwang verändern zu wollen oder ihn gar zu brechen, ist nämlich genau das, was wir dem Narzissten vorwerfen, selbst wenn das aus Selbstschutz geschieht. Die Veränderung kann nur aus dem Menschen selbst heraus geschehen- man merke sich- die Erkenntnis kommt von Innen.

Wie also finden wir dann doch Klarheit? Wie können wir unsere Sehnsucht nach Klärung erfüllen?

Indem wir bei uns selbst anfangen? Möglicherweise.

Gehen wir mal zurück, ganz weit- so weit es geht, bis in die Kindheit. Wer kann sich noch an seine Kindheit erinnern? Und woran denken wir dann als Erstes? Etwa an das, was gut lief? Das wäre prima. Das wäre eine Lösung. Oder denken wir zuerst an das, was schief ging, was also gar nicht so gut lief? Wenn dem so ist, haben wir möglicherweise ebenfalls eine Antwort, die uns der Lösung näher bringt. Der Lösung Klarheit zu finden. Denn der Grund ist in uns selbst verankert, was nicht nur in Büchern geschrieben steht. Die Intuition irrt nie. Der Kopf schon, auch wenn wir uns das niemals eingestehen wollen. In uns herrscht der Verstand und nicht das Lummerland. Mit Peter Pan an unserer Seite … hach das wäre soo schön.

Wir alle lernen was wir lernen. Zuerst von unseren Eltern. Dann von anderen Bezugspersonen. Wir lernen durch Nachahmung. Wir gucken uns von unseren Vorbildern das ab, was wir denken, was richtig ist. Und manchmal hilft uns dabei unsere Phantasie. Als Kind hat man diese noch in scheinbar unerschöpflichem Ausmaß. Später dann jedoch herrscht die Vernunft, die im Verstand verankert wird. Wir erfahren was richtig ist und was falsch sein soll. Uns wird beigebracht was sein darf und was nicht, mit welchen Menschen man befreundet sein darf, weil es einem gut steht oder wenn man besser meiden sollte, weil es das Ansehen und dem guten Ruf schaden könnte. Ausgrenzung und Mobbing ist, wie man so schön sagt ein Führungsproblem. Und wer führt die Kinder? Die lieben Eltern. Und wenn wir zur Schule kommen, sagt vielleicht ein Lehrer auch „große Kinder weinen nicht!“

Warum denn das nicht? Na, weil Gefühle zeigen doch unvernünftig ist. Kinder die laut lachen, nennt man Klassenclown. Kinder die leise weinen Heulsusen. Kinder die laut schreien nennt man aggressiv, Kinder die sich viel und gerne bewegen haben auf einmal ADHS, Kinder die fühlen, sind albern und Kinder die gar nichts sagen, nennt man dumm. Und manchmal sagt man Ihnen das auch. Und wenn wir Pech haben, glauben sie das auch, während wir lautstark fluchen, oder verzweifelt nach einer Erklärung suchen, wohlgemerkt im Außen oder in der Schublade, die wir uns gedacht haben. Verstehen tun unsere Kinder das dadurch jedoch nicht. Und auf ihre Nachfragen reagieren wir nicht. Es ist halt wie es ist. Das heißt sofort gilt jemand, der so ist wie er ist, als Narzisst. Wobei er auch einfach nur er selbst sein könnte, also so wie er es gelernt hat. Wäre doch möglich oder?

Ach Schubladen sind ja sooo schön….. einfach… aufgemacht….

Vielleicht ist der Narzisst auch bloß der vielumworbene Spiegel, der uns zeigt, was in uns noch ungeheilt ist- sprich der Mangel an Selbstliebe, der Mangel an Klarheit, wer wir wirklich sind, ohne die uns abtrainierten Gefühle und Emotionen, die für die Farbtupfer sorgen, in der schwarz- weiß geprägten Erwachsenenwelt.

Ja der Narzisst ist manchmal aggressiv, depressiv, regressiv, manipulativ (die Grenzen austestend) also manchmal so sagt man wie ein Kind. Ein Kind, was nicht erwachsen wurde, weil ihm dauernd eingetrichtert wurde, wie es zu sein hat, statt es zu lassen, wie es ist. Ein liebender Mensch halt, der bedingungslos liebt und bedingungslos vertraut und darauf hofft selbiges zu erfahren. Im Grunde ein Wunder. Ein Wunder der Liebe, was jedoch nicht so gesehen wird. Weil das Kinder alles nachahmt, was es sieht, was wir jedoch nicht bemerken, weil es die ungeliebten Anteile sind. In der Nase bohrt man nicht. Beim Essen schmatzt man nicht und nach dem Essen furzt man nicht. Und wenn es doch passiert, hoffen wir, dass es keiner mitkriegt. Und dann machen uns unsere Kinder das auch noch nach. Das ist peinlich. Das ist eine Schmach. Scheiße, Mistverdammter,…. oops 😉

Wir kontrollieren unsere Kinder auf Schritt und tritt, weil wir selber ganz oft verunsichert sind, ob das, was wir tun richtig ist. Und dann tut es das Kind und wir haben Angst, dass es scheitert, obwohl das Kind aus reiner Neugierde, fast schon blind einfach nur das tut, wonach ihm ist. Es macht Erfahrungen.

Statt das Kind wie ein Helikopter davor zu bewahren, sollten wir eher kooperativ neben an stehen und ihm helfen, wenn es mal nicht weiter weiß, ihm aber auch klar die Grenzen aufzeigen, wenn es diese überschritten hat.

Manchmal ist das Smartphone wichtiger. Oder unser Kind will uns seine neueste Entdeckung zeigen, die uns manchmal zu Tode langweilt, weil wir verlernt haben offen zu sein, für das, was für das Kind neu erscheint. Für Kinder ist jede Erfahrung neu, während wir schon denken, den Ausgang zu kennen. Wobei der Neuanfang das Reizvolle daran ist, also die neue Erfahrung, die wir nur uns trauen müssen, diese zuzulassen, sie also einfach nur zu machen.

Auch die angestaute Wut will raus. Der Autofahrer, der uns den Parkplatz raubt, der unfreundliche Keller, der uns den Abend versaut, der hinterlistige Mitfahrer, der uns im Bus den von uns auserkorenen Sitzplatz raubt, der uns zwingt neben wem zu sitzen, von dem wir denken, dass er sonst was ist oder wegen dem wir freiwillig stehen und dem wir die Schuld geben, wenn wir hinfallen, wenn der Bus bremst. Die Begründung für unser Scheitern suchen wir im Außen. Das tut der Narzisst im Übrigen auch. Der Traumatisierte ebenso. Der Abhängige. Der Paranoide. Der Antisoziale, und manchmal auch der Normale.

Ja, Schuld sind ganz oft die anderen. Und manchmal sind es auch unsere Kinder, weil sie nicht auf uns hören wollten, während wir nicht zuhören, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind mit der Suche nach der Klarheit, die uns angeblich unsere Sehnsucht stillt, jedoch manchmal auch unsere Laune killt, wenn es dann doch nicht das war, von dem wir dachten, dass es das ist, was wir halt dachten.

Bringt uns das Klarheit?

Oder ist es einfach nur unsere einfache Wahrheit?

Die große Sehnsucht nach Klarheit

Beitragsnavigation


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.