Leonard Anders ist der Autor des Buches „Ein Narzisst packt aus“. Sein Name ist nur ein Pseudonym. Seinen echten Namen möchte er nicht preisgeben. Er brauchte dieses Pseudonym um sich damit dann mit seiner Geschichte auseinander zu setzen und um sich freizuschreiben. Im Jahre 2015 erhielt er erstmals die Verdachtsdiagnose „kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, emotional instabilen und paranoiden Anteilen“. 2016 ging er in Therapie, wo er nochmals ein Diagnosting erhielt. Wie das so ist, wenn man in verschiedenen Kliniken ein Diagnosting macht, bekommt man verschiedene Diagnosen. Während die Uniklinik Mainz, in der er 2016 für 3 Monate stationär war, ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung attestierte, waren seine langjährigen Behandler der Uniklinik Lübeck gänzlich anderer Meinung. Sie meinten, dass er zwar durchaus narzisstische Züge hätte, diese aber alleinstehend die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllen. Letztlich war Leonard Anders nicht wegen seinem Narzissmus in Behandlung, sondern wegen der zugrunde liegenden Problematik, die sich eben nicht bloß mit der NPS als Diagnose darstellen ließ. Die Idee zu seinem Buch entstand während er stationär in Mainz war. Im Juni 2016 befasste er sich erstmalig mit dem Krankheitsbild der NPS. Mit dem, was er im Internet fand, konnte er sich nur teilweise identifizieren. Die Bezeichnung „Monster“ deckte sich auch nicht mit seinen Erfahrungen, die er mit seinen Eltern machte. Er konnte nicht glauben, dass seine Eltern ihn mit voller Absicht emotional vernachlässigten. Auch empfand er seine Beziehungen nicht als so toxisch, wie im Netz beschrieben wurde. Also beschloss er ein Buch zu schreiben, was seine Sicht wiederspiegeln sollte. Er fand dann mit dem Tectum Verlag einen kompetenten Partner, der sein Buch verlegen wollte. Der Titel zu seinem Buch entstand in Absprache mit seinem Verlag. Im Nachgang betrachtet, würde er das Buch heute ganz anders nennen.

Nachdem im November 2019 eine Doku im WDR über ihn ausgestrahlt wurde, die ihn aus seiner Sicht, aber aus Sicht seines Umfeldes anders darstellten, als er war und seine positive Entwicklung auch eher mit Zweifeln überdeckte, entschied er sich, sich zurück zu ziehen und gar nichts mehr unter seinem Pseudonym zu machen.

Ich war wohl zu naiv oder verliebt in den Gedanken, dass es dem WDR um meine Geschichte ging. Für die ging es im Grunde nur um das vorgefertigte Bild, was es über Narzissten nun mal so gibt, für die ich die O- Töne liefern sollte. Es musste zu der Geschichte ihrer weiblichen Protagonistin passen, die sich haltg als vierfaches Opfer von Narzissten sah. Trotz Warnung von Außen und ein kurzen Eingebung meines Bauchgefühls realisierte ich dies erst als es zu spät war. Der Film lieferte genau das Bild ab, was die Gesellschaft von Narzissten hat- es spiegelte aber eben nicht meinen Weg und wenn dann nur teilweise. Auch dass ich mich bei meiner Mutter entschuldigte, für all den Kummer, den ich ihr bereitet habe, mit meinen teilweise üblen Schuldzuweisungsmachtkämpfen, wurde weggeschnitten. Stattdessen wurde behauptet, ich hätte meine Mutter als Narzisstin betitelt. Das war aber nicht der Fall. Und ich wurde reduziert auf meine letzte Beziehung und zwar komplett verzerrt- weil es eben halt in das Bild passte, was die Gesellschaft von Narzissmus hatte.“

Vor drei Tagen kündigte er sein Comeback an, weil er eine erneute Interviewanfrage über seinen Verlag erhielt. Diesmal wollte der Radiosender „Deutschlandfunk Nova ein Interview von ihm haben“. Dieses kam auch zustande, wurde aber nicht ausgestrahlt. Warum erklärt er uns hier:

„Als die Anfrage reinkam, war ich schon irritiert. Ansich wollte ich das nicht mehr. Ich hatte im Grunde genommen das Thema hinter mich gebracht und mich auch beruflich thematisch anders orientiert. Auch hatte ich nicht mehr so das Bedürfnis mich öffentlich mitzuteilen. Mein Buch ist 491 Seiten lang, es wird immer noch gekauft und gelesen- mehr habe ich nie erwartet oder gehofft. Ich bekam viele Zuschriften von Männern und Frauen, die sich für meine Offenheit und meinen Mut bedankten. Im Grunde brauchte ich die Medien nicht mehr. Ich sah es aber als Chance an, mich bei meinen Eltern zu bedanken und insbesondere eben meine Mutter um Verzeihung zu bitten, dass ich ihr in meinem Krankheitswahn so sehr geschadet habe, durch all den Kummer, den ich ihr bereitet habe.“

Was wollte Radio Nova von dir genau? Was stand in der Anfrage?

Lieber Leonard,

ich bin Redakteurin bei DLF Nova für die Ab 21. In diesem Podcast/ in dieser Sendung sprechen wir über alltägliche Themen rund um Job, Familie, Freunde, Liebe und vor allem über uns selbst – gerne mit einem psychologischen Dreh.

Am Montag (02.03.) soll es um Narzissmus gehen. Wir lassen uns das einordnen, was eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist und was nicht und möchten gerne aus deiner Perspektive hören, wie für dich der Weg zur Diagnose war und wie für dich das Leben mit der Persönlichkeitsstörung ist.

Du sagst ja auch, dass du selbst als Angehöriger betroffen bist, durch eine narzisstische Mutter.

Wir wollen mit dir über deinen Weg sprechen in einem 15 Minuten Gespräch. Es wird also nicht ausufern. Hättest du am Montag (02. März) zwischen 17 und 20 Uhr Zeit für eine Aufzeichnung?

Je nachdem, wo du bist, können wir ein Studio reservieren, du kannst gerne zu uns nach Berlin Schöneberg kommen oder mit uns Telefonieren und wir zeichnen das Gespräch auf.

Ich freue mich, von dir zu hören,

mit den besten Grüßen

T.

Wie hast du darauf reagiert?

„Ich hab die angerufen und gemeint, dass ich kein Narzisst mehr sei. Nach 4 Jahren Therapie gab es eine Verlaufsdiagnostik, die mir attestierte, definitiv keine narzisstische Persönlichkeitsstörung mehr zu haben. Und ehrlich gesagt ging es mir gut. Ich bin seit Ende letzten Jahres wieder in einer Beziehung. Beruflich habe ich durchaus Erfolg zu verzeichnen und auch den Schreck mit dem WDR hatte ich verdaut. Das Buch schrieb ich 2016, es erschien 2018. Jetzt haben wir 2020 und ich hab mich weiter entwickelt. Ich hab denen gesagt, dass wir gerne über Narzissmus reden können- aber eben nicht mehr über meine Geschichte. Ich habe einfach nichts Neues zu erzählen, außer das, was ich in meiner Entwicklung über mich selbst heraus gefunden hatte.“

Wie ging es weiter?

„Man sicherte mir zu, dass es nicht über mich gehen sollte. Es sollte viel mehr eine Rückschau werden. Ich habe mir extra dafür einen Pr- Berater ins Boot geholt mit dem ich auf mögliche Fragen schon Antworten vorformulierte. Ich hätte über die Intention meines Buches gesprochen, gesagt was mich dazu veranlasste in Therapie zu gehen, hätte dann über die Therapie gesprochen und meinen Ist- Zustand wieder gegeben. Nebenbei hätte ich die Initiative Narzissmus Selbsthilfe erwähnt und Menschen Tipps gegeben, wie sie mit dem Thema Narzissmus umgehen können. Dass es denen in Wahrheit wieder nur darum ging, zu erklären woran man Narzissten erkennt, hatten die mir nicht erzählt. Und hätten die mir das erzählt, hätte ich auch sofort NEIN gesagt. Es geht nicht um die anderen. Es geht immer nur um einen selbst, also die eigenen Muster, die eigenen Gedanken und die Frage warum man an solche Menschen gerät. Ich hätte schon NEIN sagen müssen, als man mir verweigerte die Fragen vorab zu schicken, so wie es die deutsche Welle getan hat, die es als einziges Medium schafften, mir zuzuhören, auf meine Bedürfnisse einzugehen und einen aus meiner Sicht sehr gelungenen Beitrag zu liefern. So wie es dann in der Sendung dargestellt wurde, ging es denen bloß darum, dass ich die Wahrnehmung eines „Opfers“ die nach zweijähriger Beziehung zum Schluss kam, das ihr Ex ein Narzisst sei, zu bestätigen, zeigte mir dann, dass es gut war, wie ich das Interview angegangen bin. Schlussendlich konnten die nämlich nichts von dem verwenden, was ich denen erzählt habe.“

Was kamen denn so für Fragen?

Leonard Anders: „Naja. so typische Fragen halt, wie man sie so kennt. Klischeebeladen, wenig differenziert. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die gut vorbereitet waren. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die ernsthaftes Interesse an meiner Geschichte hatten. Die Fragen, die sie gestellt haben, gebe ich gerne wieder. Die Antworten dazu auch.“

DLF: Woran hast du gemerkt, ein Narzisst zu sein? Hat dir das schon mal jemand gesagt vorher?

Leonard Anders: Ich hab es nicht gemerkt und auch nicht gewusst. Erst als ich wegen Depression und akuter Suizidalität in die Klinik ging, habe ich von der Verdachtsdiagnose im Arztbrief gelesen. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, war es mir egal, weil ich es erst am Ende der Therapie erfuhr und es mir besser ging. Vorher gesagt hat es keiner aus meinem Umfeld. Man selbst neigt eher dazu sich keine Diagnose zu geben. Man merkt höchstens, dass irgendwas nicht stimmt und schiebt es dann auf die Depression wegen der man sich Hilfe holte. Gesagt hat es mir auch keiner. Selbst meine Therapeuten weigerten sich mich als Narzissten zu betiteln. Zu recht- denn aus ihrer Sicht erfüllte ich ja nicht die Kriterien einer NPS. Ich hatte lediglich eine Akzentuierung. Wenn eine Beziehung zu Ende ging, war ich das Arschloch und die Frau die blöde Kuh. Als ich Beziehungen führte, ging es nie um Diagnosen. Entweder es passte oder es passte halt nicht.“

DLF: Was hat dich zum Narzissten gemacht? Wie hat sich die Diagnose bei dir ausgewirkt.

Leonard Anders: Wie gesagt, ich war kein Narzisst. Ich hatte eine starke Persönlichkeitsakzentuierung bestehend aus narzisstischen, emotional instabilen und paranoiden Anteilen. Im Übrigen hat jeder Mensch narzisstische Züge. Typisch für eine NPS ist aus meiner Sicht der Mangel an Selbstliebe, Selbstwert, Selbstverantwortung, Selbstempathie und Selbstreflektion, was im Umkehrschluss auch den Mangel an Empathie für andere, den Mangel an Verantwortung für zwischenmenschliche Situation, den Mangel an Wertschätzung und den Mangel an Liebe in einer Beziehung ausmacht.

DLF: Wie fühlt sich ein Narzisst? Ist sich ein Narzisst seiner Täterschaft bewusst?

Leonard Anders: Zu einer Beziehung gehören immer zwei. Jeder bringt sein Päckchen mit, bestehend aus eigenen Erfahrungen, die eine eigene Geschichte, ein eigenes Bewertungssystem und die Wahrnehmung ausmacht. Mann und Frau tanzen doch freiwillig miteinander. Und beide versuchen den anderen ins eigene Wertesystem zu pressen. Der eine auf sehr selbstbezogene Art und Weise, also narzisstisch, der andere eher fremdbezogen, also quasi dem anderen alles recht machend-harmoniedürftig, beschwichtigend- immer mit der Hoffnung, dass der andere es erkennt und sich irgendwann verändert. Man sagt auch Empath dazu. Aber beide haben einen echten Mangel an Empathie. Es wirkt sich halt nur unterschiedlich aus. Und beide gehen auch unterschiedlich damit um. Im Grunde genommen sind beide Täter und Opfer. Es wechselt sich ab. Und glauben sie mir: Ich habe bei jedem Konflikt gelitten. Ich war aber auch nicht in der Lage dann die Verantwortung zu übernehmen. Das war halt so. Musste ich auch erst lernen.

DLF: Es ist auch so, dass du eine Selbsthilfegruppe für Narzissten gegründet hast…

Leonard Anders: Nein, ich war beteiligt bei der Gründung einer Initiative die Selbsthilfegruppen für beide Seiten stellt. Zum einen für diagnostizierte Narzissten, zum anderen auch für ihre Angehörigen.

DLF: Wie läuft die Arbeit so?

Wir verwenden den Leitfaden vom paritätischen Verband, den uns die Selbsthilfekontaktstellen zur Verfügung stellen. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem auch Gewaltfreie und Lösungsorienientierte Kommunikation. Uns geht es darum, die Menschen aus der Opferrolle in die Selbstliebe zu führen, also vom Opfer zum Schöpfer

Dann war das Interview zu Ende. Man sagte, man ging davon aus, dass ich ein Vollblutnarzisst sei und nicht mit diesen Antworten gerechnet habe. Sie müssten jetzt gucken, was sie davon verwenden können. Darauhin habe ich nochmals betont, dass es den Vollblutnarzissten wie er Bilderbuch bzw. Internet beschrieben steht nicht gibt und oft nicht differenziert dargestellt wird. Man ist ja nicht nur Narzisst. Man hat auch andere Anteile, auch liebenswerte und gesunde. Aber das hat die schon gar nicht mehr interessiert. Auch als ich sagte, dass Trump kein Narzisst sei, weil dies ja auch von Allen Frances dem Autor des DSM-V mal gesagt wurde und die 37 Psychologen, die gegen die sogenannte Goldwaterregel verstoßen haben abgemahnt wurden, blockten die ab. Ich hatte schon nach der ersten Frage das komische Bauchgefühl gehabt, dass die mich auf gut deutsch verarscht haben. Und mich über die Werbung für mein Buch zu kriegen, hat auch nicht geklappt. Schlussendlich ist es mir wurscht, wer es jetzt kauft, liest und wie es bewertet wird. das Buch ist geschrieben. Es wird gekauft, es wird gelesen und jeder zieht sich das raus, was für ihn interessant ist. Mehr will ich gar nicht.

Wie hätte das Interview aus deiner Sicht verlaufen müssen?

Die erste Frage, wurde von mir beantwortet mit meinem Bauchgefühl, ich hätte mir gewünscht, dass man da konkreter nachfragt. Stattdessen haben die bloß ihren Fragenkatalog abgearbeitet.

Okay.. dann fragen wir hier mal konkreter nach…..

Woran hast du bemerkt, dass irgendwas nicht stimmt?

Mein Bauchgefühl (auch Intuition genannt) sagte mir ständig, dass irgendwas nicht stimmt. Weil ich dafür aber keinen Namen hatte, und auch keine logisch verifizierbare Erklärung dafür hatte, fühlte es sich furchtbar an. Ich war machtlos gegen das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Ich dachte oft dass, mit mir was nicht stimmt. Irgendwann dann aber änderte sich das. Ich hatte kein Bock mehr die Schuld bei mir zu suchen. Und glauben Sie mir, ich hab auch zuerst die Schuld bei meinen Eltern gesucht. Ich muss aber sagen, dass die absolut keine Schuld trifft. Meine Eltern wussten es selbst nicht besser. Sie waren wie ich machtlos gegen das Gefühl, das was nicht stimmt. Und sie haben mich immerhin groß gezogen, mir Werte vermittelt, und sie haben auf ihre Art versucht mir Liebe und Anerkennung entgegen zu bringen. Dafür bin ich Ihnen schlussendlich auch sehr dankbar.

Hast du heraus gefunden, was nicht stimmte?

Ja das habe ich. Aber das war ein langer Weg und auch kein leichter. Der war echt steinig und schwer. Ich habe irgendwann heraus gefunden, dass es meine Gedanken sind, also wie ich die Dinge wahrnehme und auch bewerte. Wenn man sich sozusagen selbst die Schuld gibt, ist man ja auch Ich- bezogen. Das heißt ich habe mich immer schon im Vorfeld gerechtfertigt für Dinge, die von den anderen gar nicht ausgesprochen wurden. Und weil ich anderen damit auch vorn Kopf gestoßen habe, konnten die ja gar nicht anders als meine Sichtweise bestätigen. Und selbst wenn die versucht haben mich vom Gegenteil zu überzeugen, habe ich es ja gar nicht annehmen können. Ich war einfach zu sehr überzeugt davon mit meinem Denken recht zu haben. Ich habe meine Gedanken und damit verbundenen Gefühle immer auf andere projiziert und hab gedacht, was die über mich denken könnten. Mir war es aus mir nicht erfindlichen Gründen total wichtig, was andere von mir halten und über mich denken. Das war sozusagen mein Nährstoff, der mich am Leben hielt. Man nennt das Aufmerksamkeit oder Anerkennung. Andere nennen das narzisstische Zufuhr, wobei ich diesen Begriff auch erst beim Schreiben meines Buches kennen lernte. Letzendlich fand ich einen Zugang zu meinen Gefühlen. Und ich erkannte, dass ich schon immer empathisch war- mich aber irgendwann das Leid der anderen überforderte und ich somit zeitweise nicht mehr in der Lage war, mir Zeit zu nehmen anderen empathisch zuzuhören.

Wie wichtig ist dir denn Anerkennung heute?

Ich mag Anerkennung, Lob und Bestätigung. Ich erwarte es aber nicht mehr. Ich freue mich, wenn ich sie bekomme, fordere sie aber nicht mehr so extrem ein. Mir macht es von Zeit zu Zeit immer weniger aus, was andere über mich denken könnten. Ich kann es eh nicht verhindern. Jeder ist für seine Gedanken bzw.. die Kontrolle/ Bewertung selbst verantwortlich. Ich mache mir weniger Gedanken darüber, was andere denken könnten, sondern ich versuche es anzunehmen, wie es ist, also was da kommt. Und am Ende entscheide immer noch ich, welche Schuhe ich mir anziehe oder welche ich lieber stehen lasse. Nicht jeder Schuh ist für mich gemacht. Es muss sich gut anfühlen. Dann glaube ich es. Und wenn es sich nicht gut anfühlt, versuche ich zu hinterfragen warum. Meistens ist es dann so, dass ich dann erkennen muss, dass mein EGO mal wieder vor meinem Bauchgefühl steht und mir verbietet darauf zu hören. Aber es wird immer weniger.

Was ist deiner Meinung nach die Lösung für die Probleme in unserer Gesellschaft?

Meines Erachtens nehmen wir Menschen uns nicht mehr die Zeit einem Menschen empathisch zuzuhören. Wir hören hin und überlegen schon während der andere redet, was wir antworten, statt bis zum Ende zuzuhören. Viele Missverständnisse würden sich vermeiden lassen, wenn wir lernen würden aktiv zuzuhören (mit dem Herzen) statt uns auf das, was uns unser EGO präsentiert zu verlassen. Das ist mir während der Ausbildung bei Paracelsus aufgefallen. Wir sehen den anderen, hören ihn was sagen und bilden uns dann schon unsere Meinung, bevor der andere ausgeredet hat. Mehr noch fragen wir oft nicht genauer nach, sondern glauben unserer ersten Bewertung, selbst wenn sich diese absolut unstimmig anfühlt. Wir verorten den Widerspruch im Außen, statt uns einzugestehen, dass wir das Gegenüber, möglicherweise nicht richtig verstanden zu haben, eben weil wir auch nicht aktiv zugehört haben. Am Ende geht es vielen nur darum recht zu haben, bzw. zu bekommen (Anerkennung, Bestätigung) statt mit anderen Menschen in eine Verbindung zu treten, wo beide so sein können, wie sie nun mal eben sind. Und das ist im Grunde mein Gefühl, was unserem System fehlt. Man sollte sich selbst zuhören, die eigenen Gedanken hinterfragen/ überprüfen. Ich hab das mit „The Work“ nach Byron Katie, dem sokratischen Dialog, der Schematherapie und Emotional Unlinking schlussendlich auch geschafft. Ich persönlich würde jedem tatsächlich eine dieser Methoden empfehlen, sich selbst auf die Spur zu kommen. Mir ist dies zu einem sehr großen Teil gelungen. Und das gebe ich in meiner Arbeit als Coach und bald auch Heilpraktiker auch gerne weiter.

Wird es irgendwann ein weiteres Buch von dir geben?

Ja mit Sicherheit- dann aber nicht über Narzissmus. Das Thema ist für mich durch. Ich kenne meine eigenen Anteile und komme klar. Und dies wünsche ich jedem anderen auch. Und wenn man sich dafür Hilfe sucht, kann ich das einfach nur anerkennen. Therapie und Coaching ist wirklich sinnvoll und kann die Lebensqualität wirklich verbessern.

Danke für´s Gespräch 🙂

Der Narzissmus der Medien

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